Die Auftaktveranstaltung „Zukunft braucht Eis“ des Bayerischen Eissportverbands in Germering hat eindrucksvoll gezeigt, was viele Eissportvereine seit Jahren bewegt. Eishallen sind weit mehr als reine Sportstätten. Sie sind Orte der Begegnung, Motoren für Nachwuchsarbeit, gesellschaftliche Treffpunkte und wirtschaftlich relevante Faktoren für ganze Regionen. Gleichzeitig stehen die meisten Standorte vor großen Herausforderungen: steigende Energiekosten, hoher Sanierungsbedarf, begrenzte Kapazitäten und komplexe Förderlandschaften.
Für uns als Erding Gladiators war die Veranstaltung ein wichtiges Signal. Der bayerische Eissport erlebt einen deutlichen Aufschwung. Die Zahl der geleiteten Spiele ist in den vergangenen zwei Jahren um über 20 Prozent gestiegen. Der Nachwuchs boomt. Viele Vereine sind im Wachstum, aber die Eiszeiten reichen längst nicht mehr aus.
Die zentrale Botschaft lautete deshalb: Zukunftsfähige Infrastruktur entsteht nur, wenn Vereine, Kommunen, Verbände, Politik und Wirtschaft gemeinsam handeln. Kommunen tragen rund 90 Prozent der Eissportstätten in Bayern. Ohne deren Bereitschaft zur Modernisierung und Bestandssicherung wird der Sport langfristig an vielen Standorten gefährdet sein.
Mehrfach wurde betont, dass Eishallen nicht ausschließlich als Kostenfaktor gesehen werden dürfen. Sie erzeugen gesellschaftlichen Mehrwert, binden Kinder und Jugendliche an den Sport, fördern Gesundheit, Integration und Teamgeist und wirken sich spürbar auf lokale Wirtschaft und Tourismus aus. Beispiele wie Inzell und Dachau verdeutlichen, wie sehr Vereine, Hotellerie, Gastronomie, Dienstleister und Kommunen profitieren, wenn eine Eissportstätte professionell betrieben wird.
Auch in Erding stehen wir vor dieser Realität. Der Bedarf an Eiszeiten steigt, der Nachwuchs wächst und die Nutzung durch Schulen, Vereine, Öffentlichkeit und Gastmannschaften ist am Limit. Eine zweite Eisfläche ist deshalb keine Vision, sondern eine notwendige Weiterentwicklung, um unserer Region auch in Zukunft eine stabile sportliche Grundlage zu bieten.
Besonders berührend war der Moment, als Kinder aus verschiedenen Vereinen auf der Bühne standen und eine einfache, aber klare Botschaft formulierten:
„Kümmert euch darum, dass wir unseren Sport weiter ausüben können.“
Genau darum geht es.
Nicht um Prestigeprojekte, sondern um Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.
Wir als Erding Gladiators setzen uns weiterhin dafür ein, dass der Eissport in unserer Stadt auf eine verlässliche, moderne und nachhaltige Grundlage gestellt wird. Die Veranstaltung hat gezeigt, dass der richtige Zeitpunkt dafür jetzt ist. Viele Standorte kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen, aber sie zeigen auch, wie viel möglich wird, wenn alle Beteiligten kooperieren, professionell kommunizieren und beharrlich bleiben.
Zukunft braucht Eis.
Erding braucht Eis.
Und wir arbeiten daran, diesem Anspruch gerecht zu werden.
Euer Michael Westphal, 1. Abtl. Ltr. Eishockey.