Die Erding Gladiators stehen vor einem Wochenende mit zwei unterschiedlichen Aufgaben: Am Freitag (20.02., 20 Uhr) trifft man zuhause auf Spitzenreiter Deggendorfer SC, am Sonntag (22.02., 18.30 Uhr) geht es zum letzten Auswärtsspiel der Saison zu den Heilbronner Falken.
Der Deggendorfer SC dominiert die Oberliga Süd weiterhin nach Belieben: Nach 49 Spielen stehen 38 Siege, lediglich 6 Niederlagen nach regulärer Spielzeit, 249 erzielte Treffer und ein beeindruckendes Torverhältnis von +139 zu Buche. Mit 122 Punkten thront der DSC souverän an der Tabellenspitze und stellt mit im Schnitt 5,08 Toren pro Partie den gefährlichsten Angriff der Liga.
Herzstück der Offensive bleiben die Jackson-Zwillinge Dylan und Ty, die zu den überragenden Spielern der gesamten Liga zählen. Dylan Jackson kommt inzwischen in 48 Spielen auf 105 Scorerpunkte (52 Tore, 53 Assists), sein Bruder Ty steht mit 103 Zählern (38 Tore, 65 Vorlagen) kaum nach – zusammen bereits 208 Punkte. Dahinter folgen mit Harrison Roy (75 Punkte), Petr Stloukal (62 Punkte), Dante Hahn (47 Punkte) und Curtis Leinweber (46 Punkte) weitere hochproduktive Offensivkräfte. In der Defensive setzen Akteure wie Brett Humberstone, Marcel Pfänder, Ondrej Pozivil, Silvan Heiss oder Niklas Heinzinger wichtige Akzente und sorgen für Stabilität.
Im Tor untermauert Routinier Timo Pielmeier die Titelambitionen des DSC: In 48 Einsätzen kommt er auf einen Gegentorschnitt von 2,04, eine Fangquote von 92,1 Prozent und bereits sechs Shutouts. Deggendorf wird in den Playoffs alles daransetzen, den Aufstieg in die DEL2 zu realisieren und hat die Tiefe im Kader – unter anderem mit David Zabolotny im Torverbund – noch einmal gezielt erhöht.
Zwei Tage später wartet in Heilbronn eine andere Situation. Die Falken stehen sportlich zwar auf dem vierten Tabellenplatz, befinden sich aber gleichzeitig in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage – Ende Januar wurde ein Insolvenzantrag gestellt, woraufhin mehrere Leistungsträger den Club verlassen haben. Der Kader wurde mit Nachwuchsspielern, unter anderem aus dem DNL-Bereich, ergänzt, um den Spielbetrieb bis zum Saisonende aufrechtzuerhalten. Treu geblieben sind die Routiniers Robin Just, Corey Mapes, Frédérik Cabana und Verteidiger Spencer Berry.
Dass Heilbronn trotz aller Turbulenzen konkurrenzfähig bleibt, zeigte zuletzt der 2:1-Sieg nach Overtime gegen den SC Riessersee, bei dem die Falken einmal mehr große Moral bewiesen. Wie es mit dem Eishockey-Standort Heilbronn über diese Saison hinaus weitergeht, hängt maßgeblich von der Investorensuche und der wirtschaftlichen Konsolidierung ab.
Da es für beide Mannschaften tabellarisch nicht mehr um allzu viel geht, könnte am Sonntag ein gutes, faires Eishockeyspiel ohne großen Ergebnisdruck im Vordergrund stehen. Für Erding ist es das letzte Auswärtsspiel der Saison und die Chance, eine sportlich schwierige Spielzeit mit einer couragierten Leistung auf fremdem Eis positiv abzurunden und noch einmal ein Ausrufezeichen zu setzen.