Die Erding Gladiators haben sich gegen die favorisierten Memmingen Indians teuer verkauft, am Ende aber mit 3:5 erneut ohne Punkte das Eis verlassen. Über weite Strecken zeigte die Daffner-Truppe – wie bereits am Freitag in Selb – eine solide, engagierte Leistung, brachte viel Positives aufs Eis, fehlte in den entscheidenden Momenten jedoch die nötige Cleverness und Abgezocktheit, um sich zu belohnen.
Der Auftakt gehörte zunächst den Gastgebern: Die Gladiators nutzten ihre Chancen im ersten Drittel effizient und legten einen Traumstart hin. Marco Pfleger eröffnete den Abend mit dem 1:0, als er nach schöner Vorbereitung von Maximilian Forster und Erik Modlmayr einnetzte. Kurz darauf erhöhte Marc Schmidpeter nach Zuspiel von Philipp Michl auf 2:0. Memmingen schlug allerdings zurück und verkürzte durch Pfalzer auf 2:1. Erding ließ sich davon nicht beirren und stellte den Zwei-Tore-Abstand noch vor der ersten Pause wieder her: Louis Trattner traf nach feinem Zusammenspiel mit Elia Ostwald und Cheyne Matheson zum 3:1.
Im zweiten Drittel drehte sich das Spiel mehr und mehr in Richtung der Indians. Die Gäste erhöhten das Tempo, kamen aggressiver aus der Kabine und setzten die Gladiators zunehmend unter Druck. Meier stellte früh auf 3:2, wenig später glich Lillich nach Vorarbeit von Gams und Blake zum 3:3 aus. Memmingen war nun die spielbestimmende Mannschaft, Erding kämpfte, verteidigte tapfer, fand aber offensiv nicht mehr den Zugriff wie im Startdrittel. Kurz vor Drittelende folgte der Knackpunkt: Ouderkirk traf nach schöner Kombination über Spurgeon und Svedlund zum 3:4 – der Rückstand nach 40 Minuten war angesichts der Memminger Dominanz in diesem Abschnitt nicht unverdient.
Im Schlussdrittel stemmten sich die Gladiators noch einmal gegen die drohende Niederlage. Erding arbeitete konsequent, hielt Memmingen weitgehend vom eigenen Tor fern und suchte selbst den Weg nach vorne, doch gegen das clevere Defensivspiel und den starken Gäste-Goalie fanden die Hausherren kein Durchkommen mehr. In der Schlussminute, als die Gladiators alles riskierten, machte erneut Pfalzer mit dem 3:5 ins verwaiste Tor alles klar.
Unterm Strich steht eine Niederlage, die den bisherigen Saisonverlauf gut widerspiegelt: Erding spielt gegen Topteams phasenweise stark mit, zeigt Einsatz und Moral, muss aber viel investieren, um zu Torerfolgen zu kommen – während die Gegner ihre Chancen eiskalt nutzen und in den Schlüsselmomenten reifer und abgezockter agieren. Für die Daffner-Truppe bleibt die Erkenntnis, dass die Leistung stimmt, aber Kleinigkeiten über Punkte oder leere Hände entscheiden.