Der Deggendorfer SC hat seine Spitzenposition in der Oberliga Süd bestätigt und die ersatzgeschwächten Erding Gladiators mit 4:2 besiegt. Trotz der Niederlage zeigte die Daffner-Truppe beim Tabellenführer in der Hitzkopf Arena vor 2.155 Zuschauer – darunter rund 150 Gladiators Anhänger – eine sehr couragierte Vorstellung, zumal gleich sieben Spieler im Aufgebot fehlten.
Die Vorzeichen waren klar: Deggendorf als aktuell bestes Team der Liga, Erding stark dezimiert und auswärts beim Ligaprimus gefordert. Von Beginn an übernahm der DSC die Initiative und setzte sich im Gladiators-Drittel fest. Nach gut sechs Minuten war der Bann gebrochen, als Harrison Roy zum 1:0 für die Hausherren traf.
Erding verteidigte mit hohem Einsatz, blockte viele Schüsse und setzte vereinzelt Entlastungsangriffe, doch Deggendorf blieb spielbestimmend. Das Schussverhältnis von 14:14 im ersten Drittel täuschte etwas darüber hinweg, dass die klareren Chancen auf Seiten der Gastgeber lagen.
Im Mittelabschnitt erhöhte der DSC das Tempo weiter, so dass Erding kaum aus dem eigenen Drittel kam. Die Gladiators standen aber im Unterzahlspiel stabil und überstanden mehrere brenzlige Situationen. Dennoch fiel das 2:0: Ty Jackson vollendete nach Vorarbeit von Stloukal und Dylan Jackson. Besonders in diesem Drittel wurde der Unterschied in der Tiefe des Kaders sichtbar: Deggendorf erspielte sich reihenweise Chancen (22:3 Torschüsse), während Erding hauptsächlich mit defensiver Arbeit beschäftigt war. Dass es „nur“ 2:0 stand, war auch dem großen Einsatzwillen und der Hartnäckigkeit der Gladiators zu verdanken.
Im Schlussdrittel schien die Partie beim 3:0 durch Hahn zunächst endgültig entschieden. Doch Erding gab sich trotz nie auf und zeigte noch einmal große Moral. Zunächst verkürzte Louis Trattner auf 3:1, bevor Cheyne Matheson in Unterzahl – Christian Achim erhielt nach einem Schlittschuhtritt eine Matchstrafe – sogar das 3:2 markierte und die Begegnung kurz vor Schluss noch einmal spannend machte. Pascal Steck hatte sogar das 3:3 auf dem Schläger, doch die Hartgummischeibe blieb Zentimeter vor der Torlinie liegen. Erst Sekunden vor der Schlusssirene sorgte Dylan Jackson mit dem 4:2-Endstand dafür, dass der Tabellenführer den Sieg endgültig eintütete.
Am Ende setzte sich individuelle Klasse und Kadertiefe des DSC verdient durch, doch die Gladiators verkauften sich angesichts der Personalsituation und der Stärke des Gegners teuer.
Unterm Strich stand eine Niederlage, mit der man angesichts der Ausgangslage rechnen musste – aber auch ein Auftritt, auf den sich aufbauen lässt. Erding war zwar über 60 Minuten zumeist in der Defensive gebunden, zeigte jedoch aufopferungsvollen Kampf, einen intakten Teamgeist und das Bewusstsein, selbst in schwieriger Personalsituation nicht auseinanderzubrechen.