Die Erding Gladiators haben am Freitagabend für eine große Überraschung gesorgt. Beim hoch gehandelten ESV Kaufbeuren setzte sich die Mannschaft von Trainer John Sicinski mit 4:2 durch und feierte damit die ersten Punkte der noch jungen Oberliga-Süd-Saison. Gegen den DEL2-Absteiger überzeugte Erding mit einer leidenschaftlichen, disziplinierten und über weite Strecken defensiv sehr stabilen Mannschaftsleistung.
Vor 2.187 Zuschauern in der Energie Schwaben Arena übernahm Kaufbeuren erwartungsgemäß von Beginn an die Initiative. Die Gladiators hielten jedoch dagegen, verteidigten konsequent und setzten ihre ersten Chancen effektiv um.
Bereits in der vierten Minute ging Erding in Überzahl in Führung. Olivier Pouliot traf nach Vorarbeit von Leon Sivic und Pascal Steck zum 1:0. Die Gastgeber erspielten sich anschließend ein deutliches Chancenplus, fanden aber immer wieder ihren Meister an der kompakt auftretenden Erdinger Defensive.
Eiskalte Gladiators ziehen davon
Auch im zweiten Drittel blieb Kaufbeuren die aktivere Mannschaft, doch die Gladiators agierten äußerst effizient. Michal Spacek erhöhte in der 24. Minute ebenfalls im Powerplay auf 2:0. In einer langen Unterzahlsituation setzte Erding dann den nächsten Ausrufezeichen: Roman Zap nutzte einen starken Konter nach Zuspiel von Buster Larsson und Louis Stromberg zum 3:0.
Kaufbeuren verkürzte durch Jere Laaksonen noch im zweiten Drittel in Überzahl auf 1:3. Die Gladiators ließen sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen, arbeiteten weiter aufopferungsvoll und nahmen die Führung mit in den Schlussabschnitt.
Geschlossene Leistung bis zum Ende
Im letzten Drittel erhöhte Kaufbeuren den Druck weiter und kam durch Maximilian Hops auf 2:3 heran. Die Hausherren warfen in der Folge alles nach vorne und gaben insgesamt 45 Schüsse auf das Erdinger Tor ab. Erding kam auf 18 Abschlüsse, hielt aber mit großer Leidenschaft dagegen und ließ in der Schlussphase keinen weiteren Treffer mehr zu.
Drei Sekunden vor Spielende sorgte Pascal Steck mit einem Treffer ins leere Tor für die Entscheidung und den 4:2-Endstand.
Die Gladiators zeigten beim favorisierten ESVK eine starke Reaktion nach dem schwierigen Saisonstart. Besonders das Unterzahlspiel war ein entscheidender Faktor: Erding überstand sechs von sieben Unterzahlsituationen und erzielte mit dem Treffer von Roman Zap sogar selbst ein Tor in Unterzahl. Zudem nutzte die Mannschaft zwei ihrer drei Powerplays.
Der viel umjubelte Auswärtssieg soll nun Rückenwind für die nächste Aufgabe geben. Bereits am Sonntag um 18 Uhr empfangen die Gladiators die Stuttgart Rebels in der Stadtwerke Erding Arena.