Die Erding Gladiators haben sich in einem hochklassigen Heimspiel mit 3:2 nach Verlängerung gegen den Tabellenführer HC Tigers Dornbirn durchgesetzt. Vor 1.007 Zuschauern in der Stadtwerke Erding Arena lieferten sich beide Mannschaften eine sehr schnelle, körperbetonte und bis zum Schluss spannende Partie. Die Gäste waren in den ersten 40 Minuten die etwas stärkere Mannschaft, doch die junge Erdinger Mannschaft fand erneut einen Weg, die zwei Punkte in der Heimatstadt zu behalten. Olivier Pouliot und Buster Larsson trafen in der regulären Spielzeit, ehe Leon Sivic nach nur 55 Sekunden in der Verlängerung den viel umjubelten Siegtreffer erzielte. Im Tor zeigte David Zabolotny eine weitere herausragende Partie. Nach dem 2:0-Erfolg in Selb schließen die Gladiators damit ein weiteres Fünf-Punkte-Wochenende ab.
Dornbirn startet stark – Erding findet in die Partie
Die Tigers kamen mit viel Schwung aus der Kabine und erspielten sich gleich die erste Möglichkeit. Doch auch Erding setzte früh ein Ausrufezeichen: Ein Lattentreffer ließ die Heimfans auf die Führung hoffen. Stattdessen schlugen kurz darauf die Gäste zu. Bei einem schnellen Gegenzug bekamen die Gladiators keinen ausreichenden Zugriff auf den Gegenspieler, Roberts Lipsbergs nutzte die Gelegenheit bei 3:20 Minuten zum 0:1.
Auch danach zeigte Dornbirn zunächst, warum die Mannschaft an der Tabellenspitze steht. Die Gäste bewegten die Scheibe sicher, bestimmten über weite Strecken das Geschehen und stellten Erding mit ihrem Tempo und ihrer Präsenz in den Zweikämpfen vor anspruchsvolle Aufgaben. David Zabolotny war von Beginn an gefordert. Mit starken Paraden hielt er seine Mannschaft im Spiel und verhinderte, dass die Tigers ihren Vorsprung ausbauten.
Mit zunehmender Spielzeit fanden die Gladiators besser in die Begegnung. Sie nahmen die intensiven Zweikämpfe an, kamen häufiger in die Offensive und erspielten sich die eine oder andere gute Gelegenheit. Der Ausgleich wollte zunächst aber nicht fallen. In den letzten Minuten des ersten Drittels übernahmen die Tigers wieder stärker die Initiative und nahmen ihre knappe Führung mit in die Pause.
Pouliots Alleingang bringt den Ausgleich
Auch der Mittelabschnitt begann mit optischen Vorteilen für Dornbirn. Die Gäste präsentierten sich scheibensicher und defensiv gut organisiert. Erding hielt mit Einsatz und konsequenter Arbeit dagegen. Das Tempo blieb hoch, beide Mannschaften schenkten sich in den Zweikämpfen wenig.
Mehrere Strafzeiten auf beiden Seiten prägten das zweite Drittel. Dabei konnten sich die Gladiators auf ihr Unterzahlspiel und ihren Torhüter verlassen: Sie verteidigten aufmerksam, Zabolotny blieb ein sicherer Rückhalt und ließ die Tigers trotz deren spielerischer Qualität nicht zum nächsten Treffer kommen.
In eigener Überzahl gelang Erding dagegen der Ausgleich. Olivier Pouliot setzte bei 26:23 Minuten zu einem sehenswerten Alleingang an und vollendete zum 1:1. Michal Spacek steuerte die Vorlage bei.
Der Treffer brachte zusätzliche Energie ins Erdinger Spiel. Die Gladiators hielten nun immer besser mit und machten die Begegnung zu einem offenen Duell, in dem jeder Fehler den Ausschlag geben konnte.
Larsson trifft zur Führung – die Tigers antworten
Im Schlussdrittel hatte Erding zunächst mehr vom Spiel. Die Gastgeber setzten Dornbirn unter Druck, suchten entschlossen den Weg zum Tor und ließen die Führung zunehmend in der Luft liegen.
In der 46. Minute folgte die Belohnung: Buster Larsson brachte die Gladiators mit einer schönen Einzelleistung erstmals nach vorne. Bei seinem Treffer zum 2:1 bei 45:24 Minuten lieferten René Röthke und Markus Eberhardt die Vorlagen.
Die Tigers ließen sich vom Rückstand allerdings nicht beeindrucken. Nur knapp zwei Minuten später stellte Linus Ludin bei 47:21 Minuten auf 2:2 und sorgte dafür, dass die Partie bis zum Schluss offen blieb.
In einer spannenden Schlussphase mussten die Gladiators erneut konzentriert verteidigen. Ihr Unterzahlspiel blieb dabei ein wichtiger Rückhalt: Insgesamt überstand Erding alle fünf Überzahlgelegenheiten der Gäste ohne Gegentreffer. Zabolotny überzeugte auch in dieser Phase mit seiner Ruhe und wichtigen Paraden.
Nach 60 Minuten stand ein insgesamt gerechtes Unentschieden. Dornbirn hatte mit drei Aluminiumtreffern durchaus Pech im Abschluss, während Erding einmal an der Latte gescheitert war. Die Gladiators hatten sich das Remis mit ihrer Steigerung im Spielverlauf und einem starken Schlussdrittel dennoch verdient.
Sivic lässt die Stadtwerke Erding Arena jubeln
Die Entscheidung in der Verlängerung ließ nicht lange auf sich warten. Nach nur 55 Sekunden erzielte Leon Sivic auf Vorlagen von Olivier Pouliot und Michal Spacek den Treffer zum 3:2. Die Arena jubelte, die Gladiators feierten den Zusatzpunkt – und den Erfolg gegen den Tabellenführer.
Erneut hatte die junge Erdinger Mannschaft einen Weg gefunden, ein enges Spiel für sich zu entscheiden. Gegen einen Gegner, der ihr vor allem in den ersten beiden Dritteln viel abverlangte, blieb sie geduldig, kämpfte sich zurück und steigerte sich im entscheidenden Abschnitt. So blieben zwei hart erarbeitete Punkte in Erding. Gemeinsam mit dem Auswärtserfolg in Selb ergibt das fünf Punkte aus einem anspruchsvollen Wochenende. Vor allem aber bot dieses schnelle, körperintensive und hochklassige Heimspiel einmal mehr beste Werbung für das Eishockey in Erding – und eine junge Mannschaft, die ihre Fans erneut begeisterte.