Er ist mit dem Brucker Eishockey groß geworden

Rund 25 Jahre hat sich das Leben von Eishockeyspieler Christoph Schedlbauer in den Eisstadien in LL, FFB und Germering abgespielt

Vor dieser Saison hat der 30-Jährige den Sprung zu den Erding Gladiators gewagt – und ist dort auf Anhieb zum Publikumsliebling avanciert.

Wenn ein Ehepaar sportverrückt ist, dann ist eigentlich vorprogrammiert, dass die Kinder auch Sport treiben sollen. Oder müssen? „Wir sind zum Eishockey gezwungen worden“, sagt Christoph Schedlbauer mit bierernster Miene. „Wir“, das waren er und sein Bruder Tobias, der berufsbedingt seine Laufbahn mittlerweile beenden musste. Vater Schorsch war früher Eishockeyspieler in Fürstenfeldbruck und Germering, Mama Susi eine ausgezeichnete Handballerin in der Bayernliga beim TuS Fürstenfeldbruck. „Dass wir Handball spielen, war aber nie ein Thema“, sagt Christoph Schedlbauer, der – wie die meisten Eishackler – als Feldspieler begonnen hatte. Bei den Kleinstschülern wurde im Tor gewechselt, jeder durfte mal zwischen die Pfosten. „Und mir hat es so gut gefallen, dass ich drin geblieben bin.“ Sehr zum Leidwesen des Vaters, der seinem Buben die Torhüterposition „ausreden“ wollte. „Der Schorsch ist mit dem Christoph ins Torwart-Training gegangen und hat ihm die Dinger um die Ohren gehauen“, erinnert sich Susi Schedlbauer lachend. „Und als sie heimgekommen sind, hat er gesagt: ,Der Kasperl hat keine Angst vorm Puck, dann lass man halt ins Tor’.“ Damit war der Torhüterlaufbahn der Weg geebnet.

Angefangen hat Schedlbauer in Germering und Fürstenfeldbruck

Bis zu den Kleinschülern spielte Christoph beim EV Fürstenfeldbruck, ehe er sich den Knaben des EV Germering anschloss. Den Rest seiner Nachwuchszeit absolvierte er dann beim EV Landsberg 2000. „Da waren mehrere Brucker, wir hatten eine Fahrgemeinschaft“, erinnert sich der 30-Jährige. „Bei den Schülern und der Jugend hatte ich meinen Vater als Trainer.“ Mit 18 Jahren kehrte Christoph Schedlbauer zurück zum EV Fürstenfeldbruck. „Da war ich erster Torwart in der Bayernliga, das war schön“, erzählt er. „Weniger schön war, dass wir abgestiegen sind.“ Da gleiche Schicksal widerfuhr ihm anschließend beim EV Germering, aber nach dem Abstieg in die Landesliga folgte der sofortige Wiederaufstieg und danach drei Jahre in der Bayernliga. Freiwillig in die Landesliga ging es 2013, zum HC Landsberg, dem Nachfolgeverein des insolvent gegangenen EV Landsberg 2000. Hier gelang auf Anhieb der Aufstieg in die Bayernliga, und danach folgten fünf Jahre in der vierthöchsten Liga. Am Lech habe er auch seine bislang schönsten Eishockeyjahre verbracht, Höhepunkt sei für ihn der Aufstieg in die Bayernliga gewesen, und er gesteht: „Eigentlich ist Landsberg mein Heimatverein.“
Umso überraschender hat sich der 30-Jährige vor dieser Saison dem Ligakonkurrenten Erding angeschlossen. Warum? „Zum einen war der Schmelle (Andreas Schmelcher; Anm. d. Red.) kurz zuvor nach Erding gewechselt, zum anderen hab ich mal eine Veränderung gebraucht.“ Die Integration ins Team sei ihm leicht gefallen. „Viele habe ich schon von früher gekannt, aus den Spielen gegeneinander und schon aus Nachwuchszeiten.“ Die Fahrerei zum Training und den Spielen sei auch nicht dramatisch. Christoph Schedlbauer wohnt zwar in Fürstenfeldbruck, arbeitet aber im Vertrieb einer Baustofffirma in München. Hat sich der Wechsel gelohnt? „Definitiv“, sagt Christoph Schedlbauer. „Es macht in Erding sehr viel Spaß, hier kann jeder mit jedem, es ist eine große Gruppe – ein richtiges Team.“

Schedlbauers Rückennummer geht auf sein Vorbild zurück

Auch sportlich sei es ein gutes Jahr gewesen. Die Vorrunde haben die Gladiators auf Rang sechs abgeschlossen, die Oberliga-Verzahnungsrunde auf Platz fünf – unmittelbar vor dem HC Landsberg. „Die Spiele gegen Landsberg sind für mich natürlich was Besonderes“, gibt der 30-Jährige mit der Nummer 31 zu.
Seine Rückennummer habe er vor etwa sieben Jahren gewählt, „weil ich die Torhüter in der NHL bewundert habe, und die hatten meistens die 31 oder 33“. Begonnen hatte er im Nachwuchs mit der Nummer 1, später nahm er die 74, „wegen meinem Onkel Erwin, der in Fürstenfeldbruck, Königsbrunn, München und Germering gespielt hat“. Übrigens war auch sein Onkel Peter in Germering, Fürstenfeldbruck und Königsbrunn aktiv und zuletzt auch dort noch als Trainer tätig.

Vielleicht kommt Schedlbauer zurück nach Bruck.

Was er kommende Saison macht, ist schon geklärt: „Ich habe in Erding verlängert.“ Das wird die Gladiators-Fans freuen, die ihre Nummer eins längst als Publikumsliebling auserkoren haben und ihn nach einem Sieg immer noch zu einem „Tänzchen“ aufs Eis holen. Wie lange er noch aktiv bleiben will, das wisse er noch nicht, aber eins ist für Christoph Schedlbauer klar. „Trainer will ich später nicht werden, höchstens Torwart-Trainer, das ist bestimmt lustig.“ Und noch etwas könnte er sich vorstellen. „Zum Abschluss meiner Karriere noch ein Jahr in Fürstenfeldbruck im Tor stehen.“ Dann würde sich der Kreis schließen.
Ein ewiges Streitthema beim EV Fürstenfeldbruck - wie soll es mit einem eigenen Eisstadion weiter gehen.

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