Die Playoffs im Auge, die neue Saison im Kopf

Gladiators-Trainer Thomas Vogl blickt zurück und voraus

Die Erding Gladiators wurden von nicht wenigen „Experten“ vor der Saison in der Bayernligatabelle eher in der unteren Hälfte verortet.

Die falschen Spieler geholt, die falschen gehen lassen, der Kader ist viel zu klein, so lauteten die Kritikpunkte. Am Ende landete die Mannschaft nach der Hauptrunde auf Platz sechs und nach der Oberliga-Verzahnungsrunde auf Rang fünf. Jetzt stehen die Playoffs gegen Passau vor der Tür.

Herr Vogl, wie zufrieden sind Sie mit dem Abschneiden in der Hauptrunde?
Es war eine sehr schwierige Runde. Wir hatten mehrere Langzeitverletzte und kamen nicht so richtig rein. In dieser Phase hatten wir nie den kompletten Kader zur Verfügung und haben auch einige leichte Spiele abgegeben. Dann haben wir noch Spieler zurückgeholt, die über ein Jahr nicht gespielt haben, wie etwa Alex Gantschnig und Konstantin Mühlbauer, die uns gleich weitergeholfen haben. Andere Vereine, die ein ähnliches Verletzungspech hatten, hängen alle unten drin, zum Beispiel Peißenberg und auch Dorfen, das jetzt sogar gegen den Abstieg kämpft. So gesehen bin ich letztlich zufrieden.

Hat sich gerächt, dass der Kader so klein war, wie Ihnen ja von einigen Kritikern vor der Saison vorgeworfen worden ist?
Die Frage ist immer: Was hast du für finanzielle Möglichkeiten? Wenn ich Geld für eine vierte Reihe mit bezahlten Spieler habe, ist ein großer Kader kein Problem. Das macht in der Bayernliga aber auch nur Sinn, wenn ich den Aufstieg anpeile. Wenn du vier Reihen mit gestandenen Spielern hast und eventuell eine Reihe sitzen lässt, hast du sofort Unruhe im Team. Ich habe lieber eine vierte Reihe mit jungen Spielern. Allerdings hatte sich Xaver Magg schwer verletzt, und Maxi Scheib hatte keine Geduld und ist gewechselt. Und noch was: Mir ist auch vorgeworfen worden, dass ich die falschen Spieler weggeschickt hätte. Dann sollen die Kritiker mal schauen, wo diese Spieler jetzt sind. Ich würde meine Entscheidungen so wieder treffen.

Noch ein Wort zu den beiden Ausländern.
Domini Canic darf man eigentlich nicht als Ausländer sehen. Der Bursche ist 19 Jahre alt. Er war ein Glücksfall für uns, weil Landshut einen Fehler bei der Spielberechtigung gemacht hatte. Er hat sehr viel Power und eine andere Spielweise reingebracht. Jamie Hill hat uns in der Vorrunde sehr geholfen. Da hat er richtig gute Spiele gemacht. In der Verzahnungsrunde war ich nicht mehr so zufrieden. Einstellung und Leistung waren nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Seine Leistungskurve ist da deutlich nach unten gegangen.

In der Zwischenrunde lief es anfangs auch nicht so gut, warum?
Die hat sehr dubios angefangen. Erst war ich eine Zeitlang krank, dann hat sich auch noch unser Torwart Christoph Schedlbauer verletzt. Da gab es bei uns sehr viel Unruhe, auch im Umfeld. Erst in der zweiten Hälfte ist es gut gelaufen. Wir haben die Taktik ein wenig geändert und haben auch Spiele ohne unsere Nummer eins gewonnen. Ganz wichtig war, dass wir frühzeitig den Einzug in die Playoffs geschafft haben, weil es uns dann nochmal so richtig mit Verletzten und Kranken erwischt hat.

Und jetzt geht’s in die Playoffs.
Endlich. Das Problem war nur, dass wir ein Wochenende spielfrei waren. Da war es schwierig, die Spannung hochzuhalten. Aber jetzt sind wir heiß und haben mit Passau einen super Playoff-Gegner. Schade ist nur, dass Best-of-three gespielt wird. Mir ist Best-of-five immer lieber.

Können Sie schon einen Ausblick auf die neue Saison geben?
Die neue Saison plane ich schon seit Januar, seitdem feststeht, dass ich Trainer bleibe. Die Gespräche zwischen Abteilungsleiter Rainier Sabus und mir sind da recht unkompliziert verlaufen: Ich wollte bleiben, der Verein wollte mich behalten. Ich habe mir die Spieler zuletzt genau angeschaut, wie sie uns weiterbringen. Viele haben mir gezeigt, dass sie für den Kader wichtig sind, daher sehe ich keinen Grund, recht viel zu verändern. Mit 95 Prozent bin ich zufrieden. Das Thema Ausländer ist erst einmal nach hinten geschoben, weil es vom Budget her im Moment nicht drin ist. Wir haben schon mit einigen Führungsspielern gesprochen: Christoph Schedlbauer und Mark Waldhausen haben bereits ihr Wort für die neue Saison gegeben. Die weiteren Gespräche laufen gerade beziehungsweise werden zeitnah geführt, sodass ich hoffe, dass wir unseren Kader für die Saison 2020/21 relativ schnell beinander haben.
Das Gespräch führte Wolfgang Krzizok

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