Die Eishockey-Saison ist aufgrund der Corona-Epidemie zu Ende

Doch wie geht es nun weiter? Die Chefs der beiden Bayernligisten im Landkreis wissen es im Moment auch nicht.

Eigentlich hätte für die Eishockey-Spieler und -Fans jetzt die schönste Zeit des Jahres beginnen sollen. Die Erding Gladiators standen unmittelbar vor dem Playoff-Start, der ESC Dorfen vor den entscheidenden Spielen um den Klassenerhalt in der Bayernliga. Jetzt hat der Bayerische Eissportverband (BEV) wegen Corona den Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung gestoppt. Was hat das für Folgen für die Vereine? Die Abteilungsleiter Manfred Detterbeck (Dorfen) und Rainier Sabus (Erding) nehmen Stellung.

Wie froh oder wie traurig sind Sie über das plötzliche Saisonende?

Detterbeck: Ganz ehrlich: In der jetzigen sportlichen Situation, in der wir uns befinden, bin ich nicht all zu traurig. Wir hätten aufgrund unserer Verletztenmisere dieses Wochenende gegen Schongau mit unserem letzten Aufgebot bestritten. allerdings bin ich mir sicher, dass die Jungs alles gegeben hätten und stark genug gewesen wären, Schongau zu schlagen. Also ich sehe es mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Sabus: Ich bin schon traurig. Liebend gerne hätte ich im Playoff-Viertelfinale gegen Passau gespielt, sie geschlagen und dann das Halbfinale gespielt. Sportlich ist das der Super-Gau.

Welche wirtschaftlichen Folgen hat das für den Verein?

Sabus: Also die grundsätzlichen Ausgaben für die Spieler sind ja da. Sie haben sich mit dem Erreichen der Playoffs ihren Bonus verdient, der ihnen zusteht, auch wenn es jetzt keine Playoffs gibt. Wenn ich mir überlege, dass wir im Heimspiel rund 1200 Zuschauer gehabt hätten, und das ist eher vorsichtig geschätzt, dann sind uns etwa 13 000 Euro entgangen. Wir haben natürlich auch was gespart, wie etwa die Buskosten nach Passau oder die Schiedsrichterkosten, aber die fallen nicht so ins Gewicht.

Detterbeck: Wir hätten heute Abend im Heimspiel gegen Schongau sicherlich einen überdurchschnittlichen Besuch gehabt. Die Spieler werden bis zum letzten Spieltag bezahlt – und der war letzten Sonntag. Gut, den Bus nach Schongau haben wir uns gespart, also insgesamt bedeutet das vorzeitige Ende für uns eine rote Null.

Wie geht’s in den nächsten Tagen weiter?

Detterbeck: Wir haben heute Abend unser Abschlusstraining, dann gibt’s noch ein kleines Kabinenfest. Das ESC-Präsidium hat beschlossen, das Stadion um 23 Uhr zu schließen, damit ist die Saison beendet. Was würde es für einen Sinn machen, noch den Publikumslauf oder die Eisdisco stattfinden zu lassen? Das wäre meiner Meinung nach kontraproduktiv.

Sabus: Wir wollen noch bis 22. März trainieren, danach müssen wir ja die Halle wegen des Umbaus räumen.

Wie schaut die Planung für kommende Saison aus?

Sabus: Ende April, Anfang Mai soll das Sommertraining wieder beginnen. Was den weiten Ausblick betrifft, so hoffe ich, dass bis September Corona unter Kontrolle ist und alles seinen gewohnten Gang gehen kann.

Detterbeck: Wir planen ganz normal für die Bayernliga.

Weil der Bayerische Eissportverband ja schon eine entsprechende Mitteilung versandt hat, dass kein Verein benachteiligt werden dürfe?

Sabus: Eine konkrete, detailierte Regelung gibt es wohl noch nicht. Das wird sicher noch eine Weile dauern, bis der BEV das geklärt hat.

Detterbeck: Also ich gehe davon aus, dass Dorfen und Schongau in der Bayernliga bleiben. Wie willst du es auch sonst machen? Hauptrundenplatzierung? Zwischenrundenplatzierung? Direkter Vergleich? Da fehlt mir jede Fantasie. Außerdem wären wir da überall besser als Schongau.

Wie sieht’s dann beim Auf- und Abstieg aus?

Detterbeck: So wie ich das interpretiere, bedeutet das, dass Sonthofen und Höchstadt in der Oberliga bleiben. Sollte Sonthofen aus wirtschaftlichen Gründen rausfallen, könnte Miesbach nachrücken. Das einzige Problem sehe ich beim Aufstieg aus der Landesliga. Da stehen mit Buchloe, Kempten, Ulm und Amberg vier Teams, die man gerne in der Bayernliga sehen würde, in den Aufstiegs-Playoffs – in beiden Serien steht es 1:1. Vielleicht kann man ja alle vier Mannschaften hochziehen und die Bayernliga entsprechend aufstocken. Ich habe da vollstes Vertrauen in den BEV.

Sabus: Im Endeffekt müssen wir abwarten, was der BEV beschließt.

Ist noch eine Abschlussfeier mit den Fans geplant?

Sabus:Die ist in der Planung, und wir würden sie natürlich gerne durchführen, noch dazu nach dieser starken Saison. Aber wir müssen auch die Entwicklungen abwarten.

Detterbeck: Eine Abschlussfeier mit den Fans werden wir sicher nicht machen. Ich wollte noch einen Fan-Stammtisch ausrichten, den wir aber jetzt ausfallen lassen. Wir wollen Mitte Mai quasi ein Sommerfest machen, und da sind wir jetzt schon in der Planung.

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